Aktuelles

Städtenetzkonferenz 2.0, 16. Mai 2024: Attraktive Städte und Regionen? Menschen, Räume und Bewegung

Was macht attraktiv, was lockt Menschen an? Warum kommen Menschen gerade in diese Stadt, in diese Region, warum gehen, warum bleiben sie? Um diese Fragen rankte sich die 20. Städtenetzkonferenz des Kompetenzzentrum Stadtumbau. Denn: Wanderungsstatistiken der vergangenen Jahre zeigen, dass nach Jahren der Schrumpfung der ländliche Raum verstärkt Zuzug verzeichnet, und das auch jenseits der Zuwächse durch Einwanderung – ein Trend, der für Sachsen-Anhalt spannende Perspektiven und Möglichkeitsräume öffnen kann. Eine „Neue Lust auf Klein- und Mittelstädte“ konstatierte einführend auch Eva Eichenauer vom Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Sie präsentierte eine in 2022 gemeinsam mit der Wüstenrot Stiftung vorgelegte deutschlandweite Studie, deren Ergebnis sich jedoch regional sehr unterschiedlich darbot.

Mandy Schumacher, Bürgermeisterin der Einheitsgemeinde Hansestadt Gardelegen, Martin Papke, Oberbürgermeister Stadt Weißenfels sowie Sebastian Müller-Bahr, Oberbürgermeister Stadt Merseburg, waren sich in der sich anschließenden moderierten Gesprächsrunde einig, welche Faktoren „ziehen“: eine intakte und lebendige Innenstadt, bürgernahe und -freundliche Verwaltung, stabile Ansiedlungen und Arbeitsplätze, preiswerter Wohnraum, funktionierende Infrastruktur – und der soziale Zusammenhalt. Stadtentwicklung, so OB Müller-Bahr, sei eine „Never Ending Story“, die immer wieder neu vorangetrieben werden müsse, wie etwa mit der Merseburger Aktion „So viel Mer“ zur Innenstadtansiedlung und Imageförderung. Was mediale Präsenz für eine gute Außenwirkung von Stadt, Region und Land vermag, betonte Infrastrukturministerin Dr. Lydia Hüskens im Zusammenhang mit der geplanten Intel-Ansiedlung in Magdeburg. Das habe Sachsen-Anhalt als potenten Standort deutschlandweit ins Gespräch gebracht.

Die rund 100 Teilnehmenden hörten abschließend Projektberichte: „Wer kommt denn da? Sachsen-Anhalts Zuzug in ländliche Räume“ von derMartin-Luther-Universität Halle-Wittenberg sowie Die Stadt als Campus. Formate, Orte, Strategien“ von der Hochschule Anhalt. Beide Berichte unterstrichen das, was Frederik Fischer vom Netzwerk Neulandia im Kurzinterview brandaktuell vorzustellen hatte: das Erfolgsprojekt Summer of pioneers“. Es machtin den nächsten sechs Monaten in Dessau-Roßlau Station, um „Quartiere lebenswerter zu machen, neue Ideen für den Bestand zu entwickeln und an einer Willkommenskultur zu arbeiten“. Das Ziel? Die Lust auf die Mittelstadt wecken!

Die Vorträge stehen unter Veranstaltungen | Kompetenzzentrum Stadtumbau (kompetenzzentrum-stadtumbau.de) für Sie zum Download bereit.

“Attraktive Städte und Regionen? Menschen, Räume und Bewegung” – Nächste Städtenetzkonferenz am 16. Mai 2024 in Magdeburg

Seit einiger Zeit ist festzustellen, dass bestimmte Regionen, einzelne Klein- und Mittelstädte sowie manche ländlichen Gemeinden Sachsen-Anhalts einen verstärkten Zuzug zu verzeichnen haben. Die Vermutung liegt nahe, dass diese Standorte im Wettbewerb um Einwohner und Fachkräfte nicht zufällig die Nase vorn haben, während anderenorts weiterhin Schrumpfungstendenzen vorherrschen.
Unsere nächste Städtenetzkonferenz wird sich diesen spannenden Entwicklungen widmen und u.a. über konkrete Beispiele und Strategieansätze aus Sachsen-Anhalt in Sachen Zuzug, Trends und Chancen informieren.
Die Veranstaltung findet am 16. Mai 2024 ab 13:00 Uhr im Gesellschaftshaus der Landeshauptstadt Magdeburg statt.
Die Journalistin Cornelia Heller wird die Konferenz moderieren.
Anmeldungen sind ab sofort via kompetenzzentrum@saleg.de möglich.
Wir freuen uns auf Sie!

Auslobung zum STADTUMBAU AWARD Sachsen-Anhalt 2024: Städte gestalten – Gemeinschaft bauen

Der STADTUMBAU AWARD Sachsen-Anhalt geht in seine siebte Runde! Für das Jahr 2024 ruft das Kompetenzzentrum Stadtumbau in der SALEG gemeinsam mit dem Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt zur Teilnahme am Wettbewerb „Städte gestalten – Gemeinschaft bauen“ auf.

Ziel des diesjährigen Wettbewerbs ist, innovative, wirkungsvolle und nachhaltige Initiativen zu prämieren, die dazu beitragen, die soziale Infrastruktur in urbanen und ländlichen Räumen neu zu definieren und zu verbessern. Die Maßnahmen sollen die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner sowie die soziale Integration in den Städten und Gemeinden Sachsen-Anhalts befördern und einen Beitrag zur kommunalen Identitätsstiftung leisten.

Sachsen-anhaltische Kommunen und private Initiativen sind aufgerufen, gemeinsam mit ihren bestehenden Netzwerken – bspw. Bildungsträgern, Wohnungsunternehmen, Standortkooperationen und/oder Interessengemeinschaften – die im Rahmen des Stadtumbaus dem Ziel der Stärkung sozialer Infrastrukturen dienen, sich mit ihrem Projekt um den STADTUMBAU AWARD Sachsen-Anhalt 2024 zu bewerben. Die Projekte müssen in den letzten fünf Jahren erfolgreich abgeschlossen oder signifikant weiterentwickelt worden sein.

Die Unterlagen zur Teilnahme am STADTUMBAU AWARD Sachsen-Anhalt 2024 können Sie sich hier herunterladen:

Download Auslobung STADTUMBAU AWARD Sachsen-Anhalt 2024

Download Bewerbungsformular STADTUMBAU AWARD Sachsen-Anhalt 2024 (Hinweis: die Datei muss im Adobe Reader geöffnet sein, um sie vollständig bearbeiten zu können)

Für Ihre Bewerbung um den STADTUMBAU AWARD Sachsen-Anhalt 2024 senden Sie bitte das Bewerbungsformular und den erforderlichen Anhängen bis zum 19. April 2024 an die E-Mail-Adresse des Kompetenzzentrum Stadtumbau AWARD24@kompetenzzentrum-stadtumbau.de. Der fristgerechte Eingang Ihrer Bewerbung wird Ihnen schriftlich per Mail bestätigt.

Wir freuen uns auf Ihren Wettbewerbsbeitrag und wünschen Ihnen viel Erfolg!                                     

Weitere Informationen zum Wettbewerb und seinen bisherigen Preisträgern und Nominierten finden Sie unter www.stadtumbau-award.de.

Abschlussveranstaltung zur Workshopreihe “Sachsen-Anhalt digital – Auf dem Weg zu smarten Städten”

“Sachsen-Anhalt digital – Auf dem Weg zu smarten Städten” – unter diesem Titel hat das Kompetenzzentrum gemeinsam mit der City & Bits GmbH im Auftrag des Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt in den vergangenen sieben Monaten eine interkommunale Workshopreihe durchgeführt. Mit 22 Städten und Gemeinden wurden in vier Fachworkshops die verschiedenen fachlichen Dimensionen, die praktischen Potenziale sowie organisatorischen Herausforderungen hinsichtlich der Planung und des Einsatzes digitaler Technologien auf kommunaler Ebene diskutiert und praktische Ansätze entwickelt. Die Ergebnisse dieser interkommunalen Initiative, welche auch erste Handlungsempfehlungen sowohl für das Land Sachsen-Anhalt als auch für die Kommunen beinhalten, wurden im Rahmen der Abschlussveranstaltung im Gesellschaftshaus Magdeburg am 7. Dezember 2023 öffentlich präsentiert.
Nach einführenden Worten von Dr. Mario Kremling und Ministerin Dr. Lydia Hüskens sprach Renate Mitterhuber, Referatsleiterin für Smarte Städte und Regionen im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen über das Bundesprogramm “Modellprojekte Smart Cities” im Allgemeinen und um die große Bedeutung vernetzender Strukturen und interkommunaler Zusammenarbeit im Speziellen.
Marco Brunzel stellte anschließend den Schlussbericht zur Workshopreihe vor, ging auf die Haupterkenntnisse des Formats ein und formulierte Ideen für mögliche nächste Schritte.
Denn in einem Punkt waren sich sowohl im Rahmen zweier Podiumsdiskussionen als auch in den informellen Gesprächen am Rande der Veranstaltung am Ende alle Beteiligten einig: Der eingeschlagene Weg soll fortgesetzt und die interkommunale Vernetzung sachsen-anhaltischer Städte im Bereich “Smart Cities” weiter vorangetrieben werden. Sven Haller, StS im Ministerium für Infrastruktur und Digitales unterstrich dies in seinem Ausblick am Ende des Workshops: “Von Landesseite aus wollen wir den Prozess gerne begleiten. In welcher Weise dies ganz genau geschieht, das wird derzeit mit dem Kompetenzzentrum Stadtumbau besprochen”.

Die Veranstaltungspräsentationen finden Sie unter Veranstaltungen | Kompetenzzentrum Stadtumbau (kompetenzzentrum-stadtumbau.de).

Wissenstransferworkshop in Bernburg: „Nachhaltige Wiederbelebung der Innenstädte: Was kommt, was geht, was bleibt?“

Nach 881 Tagen gelang mit dem Workshop „Nachhaltige Wiederbelebung der Innenstädte: Was kommt, was geht, was bleibt!“ am 21. November 2023 der Auftakt zum neuen Aktionsbündnis Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren in Sachsen-Anhalt. Die Veranstaltung entstand im Auftrag des Ministeriums für Infrastruktur und Digitales, dem Ministerium für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten sowie den beiden Industrie- und Handelskammern Magdeburg und Halle-Dessau. Der Fokus des Tages lag dabei auf den drei Themen Leerstandsmanagement, Aufenthaltsqualität und Belebung von Innenstädten. Staatssekretärin Stefanie Pötzsch und Staatssekretär Sven Haller begrüßten gemeinsam die rund 80 Teilnehmenden im Kurhaus der Stadt Bernburg (Saale).

In seinem Eröffnungsvortrag zeigte Dr. Mario Kremling ausgewählte Aktivitäten des Kompetenzzentrums Stadtumbau mit Bezug zum Themenkreis Innenstädte wie den Stadtumbau Award 2022 in Naumburg (Saale), den Wissenstransferworkshop 2022 zum Thema „Wiederbelebung der Innenstädte“ in Schönebeck oder die Städtenetzkonferenzen „Lebendige Innenstädte werden digital“ im Mai 2022 und „Mut macht Stadt“ im April 2023.

Im nachfolgenden Beitrag stellte Christopher Schmidt von der CIMA Beratung + Management die zentralen Erkenntnisse der Deutschlandstudie Innenstadt 2022 vor. Im Rahmen der Studie wurden im Zeitraum von Oktober bis November 2021 2.400 Personen bundesweit zum Kaufverhalten, zu den Perspektiven der Innenstädte und zu Verhaltensänderungen befragt. Dabei zeigte sich, dass die Besucher der Innenstädte viel Wert auf Informationen zu anstehenden Events und Veranstaltungen legen. Auch die Bedeutung von einkaufsbezogenen Dienstleistungen wie Bestellservice und Liefermöglichkeiten werden gewünscht. Aspekte einer Innenstadt wie Grünflächen, Sauberkeit, Gastronomie und Aufenthaltsqualität gewinnen dabei an Bedeutung. Regionalität und Nachhaltigkeit bei Angeboten werden ebenfalls immer wichtiger. Innenstädte stellen nicht mehr Orte des Konsums dar, sondern wandeln sich hin zu Erlebnis- und Erholungsorten. Dabei rückt die nachhaltige Mobilität zum Erreichen der Innenstadt zunehmend ins Bewusstsein.

Der dritte Beitrag von Antje Bauer, Geschäftsführerin des Bereichs Starthilfe und Unternehmensförderung bei der IHK Halle-Dessau lieferte Einblicke in die Umfrage zur Anziehungskraft von Städten und Gemeinden in Sachsen-Anhalt, in der die IHKs im Februar 2023 Kommunen, Wirtschaftsförderer und Gewerbetreibende sowie Vertreter von City- und Werbegemeinschaften befragte. Die Umfrage stützte die Meinungen, dass Innenstädte sauberer, sicherer und belebter werden sollten. Handlungsbedarf wird auch beim Ausbau der Radwegeinfrastruktur und der digitalen Infrastruktur gesehen. Für junge Menschen und Familien sind Innenstädte zunehmend Orte zum Treffen und Verweilen, weshalb in puncto Aufenthaltsqualität großer Handlungsbedarf gesehen wird. Dabei müssen auch die Rahmenbedingungen zur Verbesserung der Innenstädte geschaffen werden, was unter anderem die Entbürokratisierung von Genehmigungsverfahren, die Erweiterung von Beratungsangeboten oder auch die Unterstützung bei der Zwischennutzung von Leerständen betrifft.

Im Anschluss an die drei Eingangsvorträge folgten spannende Einblicke aus der Praxis zur Wiederbelebung von Innenstädten. Hierzu zeigten Roger Warthemann, Citymanager der Stadt Bernburg (Saale), und Katrin Hitziggrad, Geschäftsführerin des Büros Die Zukunftsoptimisten Kreative & koproduktive Stadtentwicklung aus Jena, Beispiele für gelungenes Leerstandsmanagement in Innenstädten auf. Die Stadt Bernburg (Saale) setzt zur Belebung von leerstehenden Ladenlokalen etwa auf die grundmietfreie Nutzung durch Start Ups und die aktive Unterstützung bei der Vermarktung. Voraussetzung hierfür war zunächst eine intensive Datenerhebung und Auswertung zum Zustand der so genannten Innovationsmeile in der Bernburger Innenstadt. Derzeit arbeitet das Citymanagement am Aufbau einer digitalen Informationsplattform. Einen anderen Ansatz wählt das Jenaer Büro Die Zukunftsoptimisten um Katrin Hitziggrad. Der Fokus ihrer Arbeit liegt in der Aktivierung von Eigentümern, um leerstehenden Immobilien neue Nutzungen zuzuführen. Den engagierten Nutzern von Leerständen soll Wissen vermittelt werden, um Immobilien selbstermächtigt verwalten zu können. Dabei setzt sie auf einen intensiven Dialogprozess zwischen den Akteuren und zeigte im Workshop auf, dass leerstehende Räume auch als Potenzialräume gesehen werden sollten, in denen kreative Nutzungen über das Ausprobieren möglich sind.

Der nächste Themenblock zeigte Praxisbeispiele zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität auf. Eingeladen waren hierzu Henning Rode, Wirtschaftsförderer und Stabstellenleiter in der Welterbestadt Quedlinburg, sowie Lisa Reinhold vom Thüringer Aktionsbündnis „Innenstädte mit Zukunft“. Die Welterbestadt Quedlinburg beschäftigt sich seit einigen Jahren intensiv mit der Steigerung der Aufenthaltsqualität, sei es durch die Herstellung von Barrierefreiheit im öffentlichen Raum oder die Gestaltung von Personenunterführungen zur Erhöhung des Sicherheitsgefühls. Durch multifunktionale Räume in der Innenstadt sowie der Einrichtung eines Büros für das Citymanagement konnte die Aufenthaltsqualität in der denkmalgeschützten Innenstadt kontinuierlich erhöht werden. Lisa Reinhold zeigte mit dem Projekt der Wanderbaumallee einen nachhaltigen Ansatz auf. Hierbei geht es um die temporäre Bereitstellung von Bäumen in Innenstädten, die dann nach einem definierten Zeitraum in die nächste Stadt ziehen. Auch das Projekt Klimataler, bei dem über eine App Punkte bei der Einsparung von CO2 gesammelt und anschließend bei Projektpartnern eingetauscht werden können, wurde vorgestellt. Die Beispiele aus Thüringen zeigten, dass die Wiederbelebung von Innenstädten auch unter Berücksichtigung des Klimaschutzes funktioniert.

Und wie gelingt es, den Innenstädten mehr Leben einzuhauchen? Dies zeigten Frank Fischer, Citymanager der Stadt Aschersleben, und Corinna Köbele, Vorsitzende des Künstlerstadt Kalbe e.V., anhand ihrer mitgebrachten Beispiele. In der ältesten Stadt Sachsen-Anhalts setzt man hierzu auf Maßnahmen zur Steigerung des Einkaufserlebnisses, zunächst durch den Cityplan, welchen das Citymanagement erarbeitet hat und der zahlreiche Informationen zu den ansässigen Geschäften der Innenstadt bietet. Ebenfalls gibt es den Grünen Markt in Ergänzung zum regulären Wochenmarkt, welcher Anziehungskraft für die Innenstadt ausübt. Der Künstlerstadt Kalbe e.V. zeigte hingegen auf, wie ein verschlafenes Dörfchen in der Altmark durch die Einbeziehung von jungen Kunstschaffenden und der Lokalbevölkerung für überregionales Aufsehen sorgte und damit den Zusammenhalt im Ort gestärkt hat. Zur Belebung der Innenstadt verhalfen verschiedene Veranstaltungen, Festivals und Events, die allesamt die Identifikation der Bevölkerung mit der Stadt Kalbe (Milde) festigten und den Wunsch nach Verstetigung hervorbrachten.

Nach der Mittagspause konnten dann an Thementischen zu den drei zentralen Themen Leerstandsmanagement, Aufenthaltsqualität und Belebung weitere Gedanken zwischen den Teilnehmenden ausgetauscht werden. Hierbei sollte den Teilnehmenden gezeigt werden, welche Maßnahmen zum Gelingen der Wiederbelebung von Innenstädten beitragen und welche Maßnahmen und Umstände dabei hinderlich sind. Der Austausch in den Gruppen war sehr intensiv und führte schließlich zu einer umfangreichen Sammlung von Ideen und Anregungen. Die größte Herausforderung für ein erfolgreiches Leerstandsmanagement dürften die Eigentumsverhältnisse und das fehlende Engagement der Eigentümer sein, insbesondere wenn diese Vorbehalte hinsichtlich möglicher Zwischennutzungen haben. Interessant ist der Ansatz der Schaufenster-Bespielung, um leerstehende Läden zumindest optisch aufzuwerten und einer temporären Nutzung zuzuführen. Innenstädte sollten zudem nicht monofunktional dem Einkaufen dienen, sondern auch als Wohnorte betrachtet werden. Zur Steigerung der Aufenthaltsqualität sollten künftig verstärkt junge Menschen einbezogen werden, beispielsweise zur Gestaltung von öffentlichen Plätzen. Große Bedeutung wird dem Citymanagement zugeschrieben und sollte als Pflichtaufgabe einer Kommune gesehen werden. Dem entgegen stehen das fehlende Sicherheitsgefühl, fehlende Möglichkeiten der Müllentsorgung sowie fehlende Stadtmöblierung, welche sich negativ auf die Aufenthaltsqualität auswirken. In der letzten Gruppe tauschten sich die Teilnehmenden über funktionierende Maßnahmen zur Belebung von Innenstädten aus. Ratsam ist die Verknüpfung von Veranstaltungen mit Aktionen, um daraus Synergieeffekte wie eine erhöhte Verweildauer der Passanten nutzen zu können. Viel Arbeit macht es auch, bei den Innenstadtakteuren Begeisterung für eine gemeinsame Sache zu wecken und die Akteure miteinander zu vernetzen. Hier ist viel Überzeugungsarbeit gefragt. Eine große Herausforderung stellt dazu die Vereinheitlichung der Öffnungszeiten dar. Auch hier müssen die Ladenbetreiber angesprochen und von den Vorteilen überzeugt werden.

Der gemeinsame Austausch in der Schlussrunde des Workshops hat dann gezeigt, wir haben schöne Innenstädte! Doch die Attraktivität einer Stadt bemisst sich nicht nur an den Angeboten in der Innenstadt, sondern auch an den Angeboten in der gesamten Stadt. Innenstadtbelebung gelingt nur mit viel Fleiß und Zeit, mit steter Netzwerkarbeit und Kommunikation aller Innenstadtakteure. Zudem sollten Leerstände auch als Potenziale erkannt werden, um Räumlichkeiten neue Nutzungen zuzuführen, jenseits von Einzelhandel. Um der Bedeutungszunahme der Innenstadt als Treffpunkt gerecht zu werden, bedarf es zusätzlich der Verschönerung und Ausweitung von Grün- und Aufenthaltsflächen. Fakt ist, die Innenstädte, wie wir sie von früher kennen, wird es künftig nicht mehr geben. Und damit umzugehen, wird die zentrale Herausforderung der kommenden Jahre.

Die Präsentationen der Veranstaltung stehen unter https://kompetenzzentrum-stadtumbau.de/veranstaltungen/ zum Download bereit.

„STADTUMBAU AWARD Sachsen-Anhalt 2023“ verliehen: Der Preis geht nach Oschersleben (Bode) mit dem Projekt „MITTEN IN OSCHERSLEBEN: Gestaltung und Umnutzungeiner ehemaligen Bahnfläche“!

In Kalbe (Milde), der Stadt des Vorjahressiegers, ist am 16. November 2023 im Rahmen einer festlichen Preisverleihung im Kulturhaus der STADTUMBAU AWARD 2023 verliehen worden.
Als Siegerin des Landeswettbewerbs, der in diesem Jahr unter dem Motto „Städte gestalten – Das zukunftsfähige Quartier“ stand, wurde die

Stadt Oschersleben (Bode) mit dem Projekt
„MITTEN IN OSCHERSLEBEN: Gestaltung und Umnutzung
einer ehemaligen Bahnfläche“

gekürt. Hier war es der Stadt in enger Kooperation mit der BEWOS Wobau GmbH in besonderer Weise gelungen, die Brachfläche eines ehemaligen Bahnareals stadtmittig zwischen Einkaufsareal und Wohngebiet in Sinne eines nachhaltigen Quartiers durch die Sanierung und Umnutzung des historischen Bahnhofsgebäudes sowie den Neubau einer Schwimmhalle und eines Jugendzentrums samt multifunktionalem Außenbereich zu entwickeln. Fünf der eingereichten Projekte wurden für die Auszeichnung nominiert. Aus deren Mitte ermittelte eine interdisziplinäre Jury den Preisträger.

Fünf Filme setzten während der Preisverleihung die nominierten Projekte in Szene, vertiefende Interviews mit den Hauptprotagonisten der Projekte schlossen sich an. „Oschersleben macht vor, wie Stadtumbau im besten Fall gelingen kann: Altes bewahren, sanieren und umnutzen und um neue Funktionen ergänzen. Städte werden attraktiver und lebenswerter. Das stellt der Preis in den Fokus. Gerade die kleineren Städte hierzulande und der ländliche Raum können aufgrund ihrer günstigen Lage und mit guter Infrastruktur interessant für Zuzügler sein. Wir beobachten, dass Menschen die Ballungsräume verlassen, um sich in ländlichen aber gut erschlossenen Regionen niederzulassen.

Sachsen-Anhalt ist Umbau-, nicht Neubauland“, betonte die Ministerin für Infrastruktur und Digitales Dr. Lydia Hüskens. Der Vorsitzende des diesjährigen Preisgerichts, Prof. Martin zur Nedden, würdigte in seiner Laudatio die beispielhaften und beispielgebenden Wettbewerbsbeiträge: „Die Projekte von Nominierten und Sieger sind ‚Best Practice‘ in des Begriffs ureigenster Bedeutung und eine hervorragende Basis für eine erfolgreiche Bewältigung der Herausforderungen im Heute und für die Zukunft“. Die gemeinsamen Auslober, die Ministerin Dr. Lydia Hüskens sowie der Geschäftsführer des Kompetenzzentrum Stadtumbau Dr. Mario Kremling, übergaben an den Preisträger Siegerpokal, Plakette und Urkunde nebst USB-Stick mit dem Film. Der Award ist nicht dotiert.

Die thematische Vielfalt des Wettbewerbs unter dem Motto „Städte gestalten – Das zukunftsfähige Quartier“ zeigte in diesem Jahr spannende Quartiersentwicklungen unter unterschiedlichen Schwerpunkten. Insbesondere spielten dabei Aspekte der Klimaanpassung und die Nutzung moderner Energietechnologien eine entscheidende Rolle. Aber auch das Querschnittsthema „Digitalisierung“ und die soziale Dimension von Quartieren fanden in den Wettbewerbsbeiträgen prominenten Eingang. Der STADTUMBAU AWARD 2023 richtete sich an sachsen-anhaltische Kommunen, Wohnungsbaugesellschaften, Wohnungsbaugenossenschaften, private Bauherren sowie Baugruppen, die im Rahmen des Stadtumbaus in Sachsen-Anhalt ein zukunftsweisendes Quartiersprojekt seit 2018 realisieren oder realisiert haben.

Weitere Informationen zum Wettbewerb, Veranstaltungsfotos von der Preisverleihung sowie die Projektfilme der fünf Nominierten finden Sie unter www.stadtumbau-award.de.

Abschlussveranstaltung zur Workshopreihe “Sachsen-Anhalt digital – Auf dem Weg zu smarten Städten”

Am 7. Dezember 2023 veranstaltet das Kompetenzzentrum Stadtumbau ab 13:00 Uhr im Gesellschaftshaus der Landeshauptstadt Magdeburg die Abschlussveranstaltung der interkommunalen Workshopreihe „Sachsen-Anhalt digital – Auf dem Weg zu smarten Städten“.

In den vergangenen sechs Monaten haben sich über 20 sachsen-anhaltische Städte und Gemeinden in vier Fachworkshops an unterschiedlichen Orten in Sachsen-Anhalt mit den verschiedenen fachlichen Dimensionen, praktischen Potenzialen sowie organisatorischen Herausforderungen hinsichtlich der Planung und des Einsatzes digitaler Technologien auf kommunaler Ebene beschäftigt. Die Ergebnisse und Erkenntnisse dieser interkommunalen Initiative, welche u. a. auch erste Handlungsempfehlungen sowohl für das Land Sachsen-Anhalt als auch für die Kommunen beinhalten, werden in dieser öffentlichen Veranstaltung erstmals vorgestellt und im Rahmen zweier moderierter Podiumsdiskussionen vertieft.

Hier können Sie sich anmelden:

Hier anmelden zur Workshopreihe Sachsen Anhalt Digital

Wir freuen uns auf Sie!

17. November 2023: Land aufs Herz – Workshop zur Entwicklung von Klein-und Mittelstädten

Der Workshop findet ab 9:00 Uhr im Hotel Ratsstuben, Rathausstraße 2, in 39624 Kalbe (Milde) statt.

PROGRAMM

09:00 Uhr Begrüßung
Dr. Mario Kremling
Geschäftsführer Kompetenzzentrum Stadtumbau

09:05 Uhr Eröffnung
Sven Haller
StS im Ministerium für Infrastruktur und Digitales des Landes Sachsen-Anhalt

09:15 Uhr Mit neuen Wohnformen ländliche Räume entwickeln
Dr. Romy Reimer
Bundesvereinigung Gemeinschaftliches Wohnen e.V.

09:45 Uhr Session I

„Wer kommt denn da?“ – Herausforderungen und Chancen durch Zuzug für Klein- und Mittelstädte in Sachsen-Anhalt
Prof. Dr. Jonathan Everts, Dr. Markus Bös, Dr. Larissa Fleischmann und Studierende
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Institut für Geowissenschaften und Geographie

10:45 Uhr Session II

Fülle in die Hülle – Künstlerstadt Kalbe (Milde) inkl. Stadtrundgang
Corinna Köbele
Vorsitzende des Vereins Künstlerstadt Kalbe (Milde)

11:45 Uhr Diskussion und Austausch

12.00 Uhr Ausklang

“Mut macht Stadt” – Über 80 Gäste verfolgen die Städtenetzkonferenz im Magdeburger AMO-Kulturhaus

“Mut macht Stadt” – unter diesem Motto versammelten sich über 80 Vertreterinnen und Vertreter aus kommunalen Verwaltungen, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur zur 18. Städtenetzkonferenz des Kompetenzzentrum Stadtumbau im AMO-Kulturhaus der Landeshauptstadt Magdeburg.
Der Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Dr. Mario Kremling betonte bereits in seinen Begrüßungsworten die Wichtigkeit eines funktionierenden Zusammenspiels von zivilgesellschaftlichem Engagement und den Akteuren in den Stadtverwaltungen für das lebendige Funktionieren von Stadt. Lydia Dr. Hüskens, Ministerin im Ministerium für Infrastruktur und Digitales LSA, stimmte ein, dass es insbesondere für die Lösung von Leerstandsproblematiken neue und kluge Ideen, auch aus der Zivilgesellschaft heraus, brauche.
Den spannenden Blick von Außen brachte Boris Hedde, Geschäftsführer der IFH KÖLN, in die Veranstaltung ein und stellte in seinem Vortrag Ergebnisse und Erfahrungen zur Belebung von Klein- und Mittelstädten vor – inklusive einer Vielzahl bereits praktizierter Beispiele aus dem gesamten Bundesgebiet.
Wie kluge Ideen speziell in Sachsen-Anhalt bereits heute funktionieren können, zeigte u.a. Christin Baumert auf. Sie betreibt gemeinsam mit ihrem Mann den Co-Working Space WOW – World Of Work in Zeitz und belebte auf diese Art und Weise erfolgreich die Zeitzer Innenstadt. Auf weitere best-practice-Beispiele aus Lutherstadt Wittenberg und Wernigerode folgte eine von der Freien Journalistin Cornelia Heller moderierte Diskussionsrunde, die auch für Fragen aus dem Publikum offen war. Hier wurde neben dem Thema der Ladenöffnungszeiten u.a. auch die Bedeutung von Smart Cities für die Wiederbelebung der Innenstädte Gegenstand der Diskussion.

Die Präsentationen stehen unter Konferenzen | Kompetenzzentrum Stadtumbau zum Download für Sie bereit.

Fotos zur Veranstaltung finden Sie unter Impressionen | Kompetenzzentrum Stadtumbau.