Lutherstadt Eisleben:
Die Grabenschule - ein exquisiter Stadtbaustein

Lutherstadt Eisleben – Der Geburts- und Sterbeort des Reformators Martin Luther ist über die regionalen und nationalen Grenzen hinweg berühmt geworden. 2017 feiert man in der Welt „500 Jahre Reformation“. Die Geschichte Lutherstadt Eislebens jedoch reicht weiter zurück. Lang vor Luther war Eisleben Bergmannstadt. Ohne den Handel und dem Gewerbe mit den Erzeugnissen des einträglichen Kupferschieferbergbaus ist Eislebens Geschichte nicht vorstellbar – und noch weniger erklärbar. Eingebettet im Tal zwischen kegelförmigen Abraumhügeln im Herzen des Mansfelder Landes, sind die Zeugnisse und Prägungen der Stadt durch das rote Gold noch heute in Kultur, Selbstverständnis und Stadtentwicklung nicht zu übersehen. Die Geschichte der Bergbautradition in aktiver Präsentation vorhandener Archivalien zu bewahren, weiter zu geben und zu pflegen, ist mit Einstellung der Kupferschieferförderung im Jahr 1993 eine wichtige Aufgabe geworden. Geschichte braucht Orte, wo sie spürbar und erzählbar wird. Sie braucht Orte der Erinnerung. Und sie braucht Orte für gelebte Traditionspflege – Bergmann sein!

Städte brauchen Treffpunkte. Über 60 Vereine und Interessengruppen verschiedenster Couleur sind in Lutherstadt Eisleben organisiert und definieren vitales, urbanes Leben und bürgerschaftliches Engagement – im Ratssaal der Stadt, in Restaurants, Cafés, Kirchen und Schulen. Ein „Wohnzimmer für die Bürger“ aber, eine Stätte für alle Altersgruppen in generationenübergreifender Begegnung und Freizeitgestaltung zur gegenseitigen Fühlungnahme von privaten Dienstleistungen und öffentlichen Angeboten fehlt.

Ein solcher Ort der Synergie zwischen Geschichte, Gegenwart und Zukunft in der urbanen Innenstadt kann die ehemalige und seit 2007 leerstehende Grabenschule sein. Der stadtbildprägende, unter Denkmahlschutz stehende Gründerzeitbau wurde für 17 Studierende an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig für ein Semester Gegenstand der Bearbeitung. Der imposante Bau scheint prädestiniert für eine „Gute Stube der Stadt“, die das städtische Angebot bereichern und das örtliche Vereinsleben fördern soll: Großzügige Räumlichkeiten auf drei Geschossen, eine große Aula und symmetrisch angelegte Treppenhäuser bilden ein geschichtsträchtiges Fundament, das den Studierenden mit Zielstellung der Einbindung in den öffentlichen Raum, der Schaffung einer neuen Funktionalität sowie dem Entwurf programmatischer Raumkonzepte als Kulisse der Inspiration für Zukünftiges diente.

Unter Leitung und fachlicher Betreuung von Prof. Ingo Andreas Wolf haben die Studierenden der HTWK Leipzig eine Vielzahl interessanter, kreativer und zum Teil konkret umsetzbarer Ideen entworfen und den Blick geweitet – für eine Stadt, die ihre Vergangenheit bewahrt und sie zugleich mit der Zukunft verbindet.

dokument
 dokument Entwürfe Kevin Abicht
dokument dokument Entwürfe Thomas Beyer
dokument dokument Entwürfe Benedikt Blaschko
dokument dokument Entwürfe Silvia Böhlig
dokument dokument Entwürfe Marion Dujardin
dokument dokument Entwürfe Samantha Dürig
dokument dokument Entwürfe Georg Fischer
dokument dokument Entwürfe Gérard Gautier
dokument dokument Entwürfe Paul Jaeger / Sebastian Lorenz
dokument dokument Entwürfe Alexander Kempf
dokument dokument Entwürfe Franz Kinzel
dokument dokument Entwürfe Christopher Langner
dokument dokument Entwürfe Kilian Möllmann
dokument dokument Entwürfe Rebekka Steinlein
dokument dokument Entwürfe Felix Schmidt Kleespies
dokument dokument Entwürfe Florian Urban