Freiraumentwicklung in Siedlungen der 1920er Jahre

Der Siedlungsbau der 1920er Jahre in Magdeburg gilt als beispielhaft. Aber gilt das auch noch heute? Der Hochschulworkshop, den das Kompetenzzentrum in Kooperation mit der Landeshauptstadt Magdeburg mit rund 50 Teilnehmern aus fünf europäischen Ländern im März 2017 durchgeführt hat, hat diese Frage mit einem deutlichen Ja beantwortet.

Die Studierenden aus Finnland, Ungarn, Polen, Italien und Deutschland haben bei der beispielhaften Betrachtung der Beimssiedlung, der Siedlung Cracau und der Gartenstadt-Kolonie Reform viele Ansatzpunkte gefunden, wie sich die Intentionen der Moderne übertragen, weiter entwickeln und an künftige Erfordernisse anpassen lassen. „Die Erhaltung des Vegetationsbestandes und die Anbindung von Flächen an das vorhandene Grünnetz der Stadt sind dabei ebenso wichtige Aufgaben wie zum Beispiel der intelligente Umgang mit Niederschlagswasser“, erläutert Prof. Cornelius Scherzer von der Dresdner Hochschule für Technik und Wirtschaft. Letzterer Aspekt habe bei Entstehung der Siedlungen noch keine Rolle gespielt, gehöre heute aber zu den Maßnahmen, die geeignet seien, einen wirkungsvollen Beitrag zum Klimaschutz und zur Ressourcenschonung zu leisten. In diesen Kontext ordnet sich auch die Frage einer stärkeren Nutzung von kleinen Gartenparzellen innerhalb der Siedlungen ein. Insgesamt gebe es in Magdeburg bereits eine hohe Sensibilität dafür, Maßnahmen sinnvoll miteinander zu verbinden, stellt Prof. Scherzer anerkennend fest.

Einen weiteren Schwerpunkt haben die Studierenden ausgemacht: das Verhältnis von privaten, gemeinschaftlichen und öffentlichen Flächen. Sie plädieren für eine ausgewogene Dichte, die es ermöglicht, künftige Bedarfe – auch zum Beispiel mit Blick auf sich verändernde Mobilitätsanforderungen – gut zu integrieren. „Auf der einen Seite ist es wichtig,vorhandene Qualitäten zu sichern,“ skizziert Cornelius Scherzer die Herausforderungen für Magdeburg, „andererseits müssen diese konsequent weiter entwickelt werden.“

Betreut wurden die Studentinnen und Studenten neben Prof. Cornelius Scherzer von der HTW Dresde von Prof. Paolo Semenzato (Universität Padua/Italien), Prof. Prof. Eeva Aarrevaara (TU Lahti/Finnland), Prof. Dr. Kinga Racon-Leja und Dr. Przemyslaw Kowalski (TU Krakau/Polen) und Dr. Prof. Balázs Almasi von der Szent Istvan Universität in Budapest/Ungarn.

Gruppe 1 - Garstenstadt Kolonie Reform - Zukunft reformieren

Gruppe 2 - Gartenstadt-Kolonie Reform - Re-farm


Gruppe 3 - Hermann-Beims-Siedlung - Teilen bedeutet Verantwortung

Gruppe 4 - Hermann-Beims-Siedlung - Aufbau für die Gemeinschaft

Gruppe 5 - Siedlung Cracau - Die modulare Stadt


Gruppe 6 - Siedlung Cracau - Das Nest